Ein ungebetener Gast

 

In diesem Donnerstag Ende Oktober lag Trude Neumeyer wie gewöhnlich um elf Uhr abends im Bett. Aber ganz gegen ihre Gewohnheit konnte sie nicht einschlafen.

Nach dem Unfall vor zwei Jahren, bei dem Ihr Mann und ihr zehnjähriger Sohn ums Leben gekommen waren, hatte Trude wieder angefangen zu arbeiten. Sie wollte ihr Haus gern behalten, aber das wäre nur mit der Witwenrente nicht möglich gewesen. Nun saß sie von morgens neun bis nachmittags vier im Büro des Kriminalkommissars, bei dem sie schon vor ihrer Heirat gearbeitet hatte.

Allmählich hatte sie ihren Schmerz überwunden und es war wieder Ruhe in ihr Leben eingekehrt. Aber seit heute Morgen quälten neue, recht seltsame Gedanken sie, die sich nicht verdrängen ließen.

Hatte sie nicht gestern ein ganzes Brot eingekauft? Wieso war heute beim Frühstück nur noch ein halbes da? Sie hatte gestern Abend zwei Schnitten gegessen, es fehlten mindestens acht.

War nicht eine noch ungeöffnete Flasche Orangensaft im Kühlschrank gewesen? Und ein ganzes Paket Käse?

Müssten im Korb auf dem Wohnzimmertisch nicht bedeutend mehr Bananen liegen? Sie hatte gestern Abend beim Fernsehen doch nur eine gegessen.

Wo war die Wolldecke geblieben, die immer zusammengefaltet auf ihrer Couch lag?

Trude war gewöhnt, ihren Schlüssel bei ihrer Heimkehr sofort innen ins Schloss ihrer Haustür zu stecken und umzudrehen. Als sie heute früh zum Dienst fahren wollte, hatte er zwar wie immer gesteckt, aber wieso war die Tür nicht abgeschlossen gewesen?

Niemand hatte einen Schlüssel zu ihrem Haus. Die Putzfrau kam und ging am Dienstag, wenn sie ihren freien Nachmittag hatte. War ein Einbrecher im Haus gewesen? Bestimmt nicht, denn der würde andere Dinge stehlen, nicht Brot, Käse, Bananen, Saft und eine Decke.

Aber konnte sie sich in so vielen Punkten irren? Oder war mit ihrem Gedächtnis etwas nicht in Ordnung?

Vom nahen Kirchturm hatte es längst Mitternacht geschlagen, als Trude endlich einschlief. Gegen zwei Uhr aber wachte sie wieder auf. Draußen stürmte und regnete es. Sie stand eilig auf und machte das Fenster zu, das sie nachts immer öffnete. Der Parkettfußboden war bereits nass geworden. Trude zog Pantoffeln und ihren Bademantel an und ging die Treppe hinunter, weil sie aus ihrer Besenkammer einen Aufnehmer holen wollte. Verwundert stellte sie fest, dass ein Lichtstrahl aus ihrer Küche in den Flur fiel. Sie öffnete die Tür, um die Lampe auszuschalten, und traute ihren Augen nicht. Vor dem Schrank stand ein kleiner, magerer Junge und blickte sie erschrocken an.

„Wie bist du denn hier herein gekommen?“, fragte Trude verblüfft.

Sie schloss die Küchentür und lehnte sich dagegen. Der Junge schaute sich nach einem Fluchtweg um, aber es gab keinen Ausweg für ihn.

„Ich bin durch das Dachfenster in Ihr Schlafzimmer eingestiegen“, gestand er zögernd. „Sie schliefen ganz fest.“

„Wie bist du denn auf das Dach gekommen? Hattest du eine Leiter?“

„Nein, ich hab keine Leiter, ich bin am Regenrohr hochgeklettert und dann vorsichtig bis zu dem offenen Fenster über das Dach gelaufen.“

Ein Gedanke durchzuckte Trude. Das könnte die Lösung sein!

„Warst du vielleicht gestern Nacht auch schon einmal hier?“, erkundigte sie sich gespannt.

„Ja.“

Trude sah sich den kleinen Einbrecher jetzt genauer an. Der Junge trug eine verwaschene, zerrissene Jeans, ein schmutziges T-Shirt und Turnschuhe, an denen die Zehen schon herausschauten. Nicht einmal einen Anorak hatte er an bei diesem Wetter. Das lange, ungepflegte, strohblonde Haar klebte wirr um das schmale, blasse, schmutzige Gesicht. Er zitterte vor Nässe und Kälte. Zwei große, blaue Augen schauten die Frau an, die ihn erwischt hatte, und füllten sich mit Tränen.

In Trude regte sich plötzlich Mitleid.

„Wie heißt du?“, fragte sie freundlich.

„Benno Schnelldorf.“

„Wie alt bist du?

„Ich werde nächste Woche zwölf.“

„So alt bist du schon?", wunderte Trude sich. „Ich hätte dich höchstens auf zehn geschätzt. Und wo wohnst du?“

„Nirgendwo mehr. Meine Mutter hat mich rausgeschmissen, weil ich gesagt hab, ich geh zur Polizei. Sie hat nachts immer Männer bei sich, und dann muss ich im Flur auf der Treppe sitzen, bis die wieder weg gehen. Manchmal kommen auch welche zu mir. Die quälen mich und tun mir weh."

Trude fühlte sich entsetzt von dem grausamen Schicksal des Jungen. Sie ging auf ihn zu, legte einen Arm um seine Schultern und strich ihm über den Kopf.

„Bist du zur Polizei gegangen?", fragte sie.

„Nein, meine Mutter hat gelacht und gesagt, ich soll ruhig hingehen. Sie sagt dann, dass ich lüge, und die glauben nicht mir, sondern ihr. Und dann bringen die mich in ein Heim, wo ich bloß Prügel krieg."

„Wie lange bist du schon von zu Hause weg?"

Der Junge überlegte einen Augenblick und zählte an den Fingern.

„Letzten Mittwoch bin ich morgens um vier abgehauen, dann sind das jetzt zehn Tage. Heute ist doch Freitag?"

„Ja“, bestätigte Trude mit einem Blick auf die Uhr, „inzwischen ist Freitag. Und wo schläfst du? Und wovon hast du die ganze Zeit gelebt?"

„Ein Stück weiter von hier ist ein ganz verwilderter Garten, da steht eine Hütte drin, in der habe ich mich am Tag versteckt. Nachts bin ich dann raus und habe mir in den anderen Gärten Äpfel geholt. Aber davon wird man nicht richtig satt. Ich hatte so Hunger auf ein richtiges Butterbrot. Und in der Hütte war es so kalt. Da hab ich gestern Nacht Ihr offenes Fenster gesehen und bin eingestiegen. Rufen Sie jetzt die Polizei, weil ich ja bei Ihnen geklaut hab?“

„Nein, Benno. Du brauchst vor mir keine Angst zu haben. Ich bin froh, dass du zu mir gekommen bist. Vielleicht kann ich dir helfen, jedenfalls will ich es versuchen. Siehst du, ich wohne ganz allein in diesem großen Haus und wäre froh, wenn du hier bei mir bleiben würdest. Ich mache dir einen Vorschlag: Zuerst badest du dich jetzt, damit du warm wirst und dich nicht erkältest. Und dann kannst du in einem Zimmer oben schlafen. Komm mit.“

Benno folgte ihr zögernd die Treppe hinauf. Sie führte ihn ins Badezimmer und öffnete den Wasserhahn der Badewanne. Dann holte sie aus dem Kleiderschrank in ihrem Zimmer einen Schlafanzug, einen Jogger und ein paar dicke Socken und legte sie im Badezimmer auf den Hocker.

„Das kannst du nachher anziehen“, sagte sie und nahm aus einem Wandschrank ein Badehandtuch und einen Waschlappen. „Deine nassen, schmutzigen Sachen lass einfach hier auf dem Boden liegen; die steck ich gleich in die Waschmaschine und danach in den Trockner, dann kannst du sie morgen früh wieder anziehen. Ich geh jetzt nach unten in die Küche und mache dir etwas zum Essen fertig. Wenn du gebadet hast, komm bitte zu mir herunter.“

„Rufen Sie auch bestimmt nicht die Polizei?“, fragte Benno ängstlich.

„Nein, Benno! Darauf gebe ich dir mein Wort! Du darfst wirklich in aller Ruhe baden und dann zu mir in die Küche kommen. Und wenn du gegessen hast, bekommst du hier oben ein Zimmer ganz für dich allein. Morgen um halb acht frühstücken wir gemeinsam, dann nehme ich dich mit ins Büro. Dort werden wir mit meinem Chef gemeinsam überlegen, wie es weiter gehen soll und was wir tun können, damit du vielleicht bei mir bleiben darfst.“
„Wer ist Ihr Chef?“
„Ein sehr lieber, netter Mann, der selbst drei Kinder hat und ganz bestimmt dafür sorgt, dass du gut untergebracht wirst und dass dir nie wieder jemand weh tut.“

 

Kriminalkommissar Wegemann schaute erstaunt auf den Jungen, den seine Sekretärin am Freitagmorgen mitbrachte und ihm vorstellte.

„Benno Schnelldorf?", fragte er. „Nach dem Jungen wird seit Montag gesucht. Die Klassenlehrerin hat der Mutter mit Anzeige gedroht, weil ihr Sohn seit vergangenen Mittwoch die Schule schwänzt. Die Mutter behauptete, Benno hätte gesagt, dass er ein paar Tage bei einem Schulfreund bleiben wollte. Den Namen konnte sie nicht angeben. Aber in der Schule wusste niemand etwas von ihm. Daraufhin hat die Mutter ihn als vermisst gemeldet. Wo hast du so lange gesteckt, Junge?"

Benno erzählte, wie er zu Hause weggelaufen war, weil er dort misshandelt und missbraucht wurde, wie er sich versteckt hatte und wie er heute Nacht zu Frau Neumeyer gekommen war.

„Und was soll jetzt mit ihm geschehen?", fragte Trude, nachdem der Junge seine Geschichte beendet hatte. „Er hat mir gesagt, dass er nicht mehr nach Hause will. Ich würde ihn gern bei mir behalten. Ich bin so allein und in meinem Haus ist Platz genug."

„Dazu wären aber zuerst einmal viele Formalitäten notwendig", erklärte Wegemann. „Sie kennen doch das langsame Räderwerk unseres geheiligten Bürokratismus. Vor allem müsste aber auch festgestellt werden, ob der Junge die Wahrheit sagt."

„Ich lüge nicht!“, sagte Benno.

Der Kommissar sah ihn ernst an.

„Deine Mutter hat dich als vermisst gemeldet, nun haben wir dich gefunden, also müssen wir dich zu ihr zurück bringen.“

„Ich will aber nicht nach Hause“, widersprach Benno.

„Können Sie nicht versuchen, mit der Mutter zu sprechen?“, warf Trude ein. „Vielleicht ist sie froh, wenn Sie ihr sagen, dass Sie Benno gefunden haben und er bei mir bleibt, bis entschieden ist, was aus ihm wird.“

„Aber Sie sind berufstätig und können sich nicht den ganzen Tag um ihn kümmern.“

„Vielleicht könnten wir ihn in eine Tagesschule geben?", schlug Trude vor. „Der Sohn meiner Nachbarin hat jeden Tag von acht bis vier Schule. Ich würde dann von acht bis drei ohne Mittagspause bei Ihnen arbeiten und wäre also pünktlich zu Hause, damit ich für Benno sorgen könnte."

Wegemann nickte.

„Wir werden sehen, was sich machen lässt, Frau Neumeyer. Ich kann Ihnen zwar nichts versprechen, aber ich hoffe doch, dass ich es schaffe, Ihren Wunsch zu erfüllen. Für heute gebe ich Ihnen den Vormittag frei, damit sie sich um Benno kümmern können. Um zwei Uhr kommen Sie bitte mit ihm wieder her. Ich gebe der zuständigen Fürsorgerin Bescheid, dass sie Benno dann bei mir abholen kann.“

„Wenn Sie mich zu meiner Mutter bringen lassen, hau ich bei der nächstbesten Gelegenheit wieder ab“, erklärte Benno.

„Damit rechne ich“, erklärte der Kommissar gelassen. „Und was ich jetzt sage, Benno, hast du nie von mir gehört. Niemand außer Frau Neumeyer und mir weiß, wo du gesteckt hast, und niemand wird es erfahren, so lange du nicht antwortest, wenn du danach gefragt wirst. Erfinde kein Lügenmärchen, denn das können die Leute dir schnell widerlegen. Halt einfach deinen Mund. Verrate weder, dass du hier in diesem Bezirk in einer Gartenlaube gehaust hast, noch dass du bei Frau Neumeyer warst. Bleib bei deiner Mutter, bis du echt einen Grund hast, wieder laufen zu gehen, und dann versteck dich nicht irgendwo, sondern geh sofort zu Frau Neumeyer. Sie bringt dich zu einem Arzt, damit wir Beweise bekommen. Sobald du jemandem sagst, dass ich versprochen habe dir zu helfen, kann ich nichts mehr für dich tun. Hast du mich verstanden?“

„Nein“, sagte Benno, „denn Sie haben doch gar nicht mit mir gesprochen.“

„Du bist richtig!“, lachte der Kommissar und reichte dem Jungen seine Hand. „Ich kenne ein paar einflussreiche Leute und hoffe, dass ich dir wirklich helfen kann. Jedenfalls werde ich mir Mühe geben, darauf hast du mein Wort. Halt die Ohren steif, Benno, und denk daran, dass du hier Freunde hast.“

 

Kommissar Wegemann wachte auf. Telefon? Um kurz nach zwei am Samstagmorgen? Er nahm den Hörer ab und meldete sich.

„Sie müssen sofort zu mir kommen, Herr Wegemann“, hörte er eine weinende Frauenstimme.

„Frau Neumeyer?“, fragte er zweifelnd.

„Ja, bitte, kommen Sie ganz schnell!“

„Was ist passiert?“

„Benno ...“, der Rest ihrer Worte löste sich in Weinen auf.

„Ich komme!“

Kaum zehn Minuten später hielt sein Wagen vor Trude Neumeyers Haus. Im Vorgarten stolperte Wegemann fast über ein Damenfahrrad, das mitten im Weg lag. Trude öffnete ihm die Haustür. Ihr Bademantel war blutverschmiert.

„Kommen Sie!“

Auf der Couch im Wohnzimmer lag Benno. Sein Gesicht war kalkweiß, sein Pullover war von Blut durchtränkt. Er hatte die Augen geschlossen und atmete kaum merklich.

„Haben Sie den Notarzt angerufen?“, fragte der Kommissar hastig.

„Wozu?“, weinte Trude hoffnungslos und griff wieder nach der Hand des Jungen. „Sie sehen doch, dass er stirbt.“

„Noch lebt er“, sagte Wegemann. „So lange ein Mensch lebt, darf man die Hoffnung nicht aufgeben!“

Er schaute sich um, sah das Telefon und wählte die 110.

Wenige Minuten später stand der Notarzt im Raum.

„Eine Schusswunde in Herznähe“, stellte er fest. „Wir müssen sofort operieren. Wir bringen ihn ins Marienhospital.“

„Ziehen Sie sich an, Frau Neumeyer“, forderte Wegemann die immer noch weinende Trude auf, „und dann fahre ich mit Ihnen zum Krankenhaus.“

Sie verschwand stumm aus dem Wohnzimmer. Als sie zehn Minuten später wieder eintrat, fragte der Kommissar:  „Wie ist der Junge hergekommen?“

„Mit dem Fahrrad“, antwortete Trude. „Er hat noch geschellt, dann ist er wohl besinnungslos geworden. Als ich die Tür öffnete, lag er davor.“

„Kommen Sie!“

Der Kommissar brachte Trude in seinem Wagen zum Krankenhaus.

„Der verletzte Junge?“, fragte die Schwester an der Pforte. „Sind Sie die Eltern?“

Wegemann zog seine Polizeimarke.

„Moment, ich erkundige mich sofort“, sagte die Schwester und griff nach ihrem Telefon. Erst nach einigem Hin und Her gab sie Auskunft: „Er ist eben aus dem OP in die Intensivstation gebracht worden.“

„Danke“, sagte Wegemann und wandte sich an Trude: „Kommen Sie, ich kenne mich hier aus.“

Er ging mit ihr eine Treppe hoch und klopfte an eine Tür. Ein Arzt öffnete und schaute erstaunt auf den Kommissar.

„Achim, du?“, fragte er. „Was führt dich her?“

„Wie geht es dem verletzten Jungen?“, erkundigte Wegemann sich.

„Die Verletzung ist halb so schlimm“, erklärte der Arzt. „Wir haben die Kugel entfernt. Hier ist sie.“ Er griff in seine Hosentasche und überreichte Wegemann eine kleine Schachtel. „Der Junge hat nur sehr viel Blut verloren. Es fehlte nicht viel, dann wäre er verblutet.“

„Kriegt ihr ihn wieder hin?“

„Natürlich“, nickte der Arzt.

„Ist er bei Besinnung? Kann ich ihn sprechen?“, fragte der Kommissar.

„Eigentlich nicht“, meinte der Arzt zögernd.

„Aber es ist sehr wichtig. Vielleicht hat man ihn noch nicht vermisst und wir können den Täter überraschen.“

„Gut“, nickte der Arzt, „aber nur du, die Dame muss draußen warten. Und ich bleibe dabei, damit ich den Jungen beobachten kann.“

Er führte Wegemann in den halb dunklen Raum zu Bennos Bett. Der Junge lag an mehrere Geräte und Schläuche angeschlossen. Als der Kommissar seinen Arm berührte, öffnete er seine Augen und flüsterte erstaunt. „Kommissar?“

„Hallo, Benno“, sagte Wegemann. „Du bist rechtzeitig zu Frau Neumeyer gekommen und wir haben dich ins Krankenhaus gebracht. Jetzt wird alles gut! Wer hat auf dich geschossen?“

„Mutters Freund“, erwiderte Benno schwach.

„Wie heißt er?“

„René Montkowski.“

„Wie bist du noch weggekommen?“

„Er dachte ... ich bin tot ... hat mich ... Keller ... geschleift ...“

Das Antworten machte Benno offensichtlich Mühe.

„Als du wach geworden bist, konntest du abhauen?“, fragte der Kommissar.

„Fenster ... Kellerschacht ...“, flüsterte Benno.

„Du konntest also durch das Kellerfenster und den Kellerschacht auf die Straße?“

„Hof ... Mutters Fahrrad ...“

Benno atmete einmal tief und schloss seine Augen.

„Es reicht“, sagte der Arzt. „Der Junge braucht Ruhe.“

„Ja, es reicht wirklich“, bestätigte Wegemann. „Ich weiß, was ich wissen musste. Das ist versuchter Mord. Wir werden den Burschen vermutlich erwischen, bevor er bemerkt, dass seine Leiche Beine bekommen hat. Wann darf Frau Neumeyer den Jungen besuchen?“

„Ich denke, dass wir ihn im Laufe des Vormittags auf die Station verlegen können.“

Der Kommissar verließ den Raum und ging auf Trude zu.

„Unsere Chancen stehen gut“, erklärte er. „Benno muss sich nur von dem Blutverlust erholen. Heute Nachmittag können Sie ihn besuchen. Und ich glaube nicht, dass wir ihn noch einmal nach Hause zurück liefern müssen.“

 

30. Januar 2007

 

Zeitschrift "Kurzgeschichten" -  Februar 2007 - Verlag Print & Media

 

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