Gereimte Gedichte   2008 - 2. Teil

 

Lyrik für Ablage P

Antwort für einen Möchtegern-Dichter

 

Einst saß ein rundliches Mamsellchen,

gehüllt in ein Kaninchenfellchen,

im alten Stadtpark im Rondellchen

und spielte mit 'nem Tennisbällchen.

Da kam der Hund von irgendwelchen

gehäss'gen Menschen ins Rondellchen.

Das Bällchen hat seitdem ein Dellchen.

Jetzt ist's ein Dellchen-Tennisbällchen.

 

Ein Fischlein wollte trocken sein,

drum sprang es einfach aus dem Rhein

ans Ufer in das Gras hinein.

Es hatte ja kein Handtuch, nein.

Jedoch bald kam der Sonnenschein,

und scheinte auf das Ufer fein.

Dann war es tot, das Fischelein.

Doch trocken war's mit Haut und Bein.

So wollt' vom Rhein das Fischlein sein.

 

Der freche, kleine, dumme Klaus

fing eines Tages eine Maus.

Die nahm der Klaus dann mit nach Haus

und schenkt sie Muttern, so ein Graus.

Die Maus rannt rum mit Saus und Braus

und fand im Haus auch manchen Schmaus,

sogar bei Bello eine Laus.

Doch leider war das Spiel schnell aus.

Die Maus vom Klaus blieb nicht im Haus,

denn Mutter warf sie einfach raus.

Nun sucht der Klaus 'ne neue Maus.

 

Gar vieles möchte ich noch dichten,

doch leider hab ich andre Pflichten.

Zwar fehlt an Zeit es mir mitnichten,

und in Momenten, in den lichten,

fällt viel mir ein, euch aufzuschichten.

Die Nachricht wird dann zu Gedichten.

Ich hoffe, es gefällt den Wichten,

so schöne Reime hier zu sichten.

Doch ich such jetzt im Wald die Fichten.

Mein Hund hat da was auszurichten.

 

15. April 2008

 

 

Morgendämmerung

 

Die Eule ruft: „Schuhu, schuhu,

ich flieg nach Haus, leg mich zur Ruh.“

Das Käuzchen schreit: „Kiwitt, kiwitt,

die Nacht war lang! Ich fliege mit.“

 

Die Amsel putzt sich ihr Gefieder

und flötet ihre schönsten Lieder.

Die Meise sitzt in ihrer Näh’

und schmettert laut ihr Zizi-dä.

 

Schon steigt die Lerche hoch empor,

trägt kunstvoll ihre Weisen vor.

„Tschip, tschip“, so schimpft der Buchfink sehr,

„passt auf, die Katze schleicht umher.“

 

Der Dompfaff trägt sein Lied jetzt vor,

der Grünfink jubelt mit im Chor.

Der Vogelsang vertreibt die Nacht.

Der Morgen graut, der Tag erwacht.

 

19. April 2008

 

 

Für einen Freund

 

Als du mich besuchtest, da warst du so froh.

Mit strahlenden Augen sprachst du dein Hallo.

Wir saßen zusammen im fröhlichen Kreise,

aus deiner Gitarre erklang manche Weise.

 

Es waren Stunden voll Freude und Glück.

Dann musstest du wieder nach Hause zurück.

Die anderen Freunde, auch sie mussten gehen.

Ob wir uns wohl einmal noch wiedersehen?

 

Im Forum fand ich den Thread „Panta rei“.

Das Leben, es fließt, es geht alles vorbei.

Du wirst geboren und strebst entgegen

dem Ziel. Du suchst es auf vielfachen Wegen.

 

Und gehst du wieder hinaus aus der Welt,

dann zählen weder Ruhm, Adel noch Geld.

Hast du die Herzen der Menschen besessen,

lebst du darin weiter und wirst nicht vergessen.

 

27. Mai 2008

 

 

Nur ein Traum?

 

Es war ein harter Tag, mich floh der Schlaf

nach all dem Kummer, der mich wieder traf.

Mich hielt es nicht in meinem engen Haus,

ich musste in die dunkle Nacht hinaus.

 

Die Sterne flimmerten am Himmelszelt,

ein bleicher Mond erhellte meine Welt.

So schritt ich still den Berg hinauf zum Wald,

erreichte eine Bank im Dunkel bald.

 

Die Eule grüßte leis’: „Schuhu, schuhu“

und in den Blättern sang der Wind dazu.

Doch meine inn’re Ruhe fand ich nicht.

Die Tränen rannen über mein Gesicht.

 

Da plötzlich trat aus dem Gebüsch ein Tier.

Ganz ohne Scheu kam es heran zu mir.

Ein Reh schaut’ mich mit dunklen Augen an

und sprach mit klarer, heller Stimme dann:

 

„Sei unbesorgt und fasse wieder Mut!

Es währt nicht lange, dann wird alles gut.

Wenn die Verzweiflung trotzdem kehrt zurück,

denk intensiv an mich, ich bring dir Glück.

 

Sobald du Hilfe brauchst, dann rufe mich.

Ich bin dein guter Geist, begleite dich.“

Das Reh verschwand, ich sah ihm sinnend nach.

Seitdem begleitet es mich Tag für Tag.

 

18. Juni 2008

 

 

Hexenreigen

 

Schwestern, auf! Holt eure Besen!

Mai ist zwar schon längst gewesen,

aber auch zu andern Zeiten

können wir zum Tanzplatz reiten!

 

Hexenreigen

woll’n wir zeigen

voller Kraft

und Leidenschaft.

 

Scheint der Vollmond, geht’s zum Brocken,

wo der Tanzplatz uns kann locken

und ein rauschend Fest uns lacht

nicht nur zur Walpurgisnacht.

 

Hexen springen,

Hexen singen,

voller Kraft

und Leidenschaft.

 

Zauberkraft wir neu erringen,

wenn wir wild im Tanz uns schwingen.

Auf dem Blocksberg bis zum Morgen

sind vergessen alle Sorgen.

 

Dann beizeiten

heimwärts reiten

voller Kraft

und Leidenschaft.

 

10. Oktober 2008

 


Räuber-Ballade

Wo im Laubwald unter Buchen
still der Heil’ge Brunnen braust,
sollst dein Glück du nicht versuchen,
weil allda ein Räuber haust.

An ’nem frühen Freitagmorgen
geht daher mit frohem Sinn,
fröhlich trällernd, ohne Sorgen,
eine alte Bäuerin.

Zieht auf ihrem Bollerwagen
’nen Sack Äpfel duftend rot,
frische Eier, sieben Lagen,
und noch selbst gebacknes Brot.

Plötzlich – hui – dort aus dem Strauche
springt hervor ein grässlich Bild:
Mit ’nem Messer vor dem Bauche,
schwarzem Bart, ein Räuber wild!

„Hilfe!“, schreit die Frau mit Beben.
„Wach ich, oder ist’s ein Traum?
Lieber Räuber, lass mich leben!“
Und ein Buntspecht pocht im Baum.

„Hach, jetzt geht es mir schon besser!
Ende hat die Hungersnot!“
Sprach ’s und schnitt mit seinem Messer
kräftig in das frische Brot.

„Und was gibt es sonst zu naschen?
Äpfel nehm’ ich mit nach Haus!“
Steckt ein Dutzend in die Taschen,
schmatzt und schlürft sechs Eier aus.

„Zieh nun weiter, gute Mutter,
aber komm zurück zu mir,
bring Salami, ein Pfund Butter,
dazu ein paar Dosen Bier!

Doch zu niemand darfst du sprechen
hier von meinem dreisten Raub,
denn sonst werde ich mich rächen!“
Und der Wind streicht durch das Laub.

Also geht die Bäu’rin weiter
bis zum Marktplatz in der Stadt.
„Netter Junge!“, denkt sie heiter
und verkauft, was sie noch hat.

Die Moral von der Geschichten:
Hier zeigt sich ein friedlich Bild,
denn die Räuber sind mitnichten
alle bösartig und wild.

 

29. Dezember 2008

 

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