Gereimte Gedichte   2003 - 2006

 

Sie brauchen dich

 

Glaub mir, die Menschen, die mit dir gehen,

sie brauchen dein Gutsein und dein Verstehen.

Sie brauchen deinen klaren Verstand,

dein ehrliches Wort, deine helfende Hand.

 

Sie brauchen deinen Ernst, deine Fröhlichkeit,

dein furchtloses Handeln zur rechten Zeit,

deine Umsicht und Geistesgegenwart,

deine Wärme und deine ruhige Art,

deine wachsamen Augen, die jede Not sehen.

 

Glaub mir, sie brauchen dich,

die Menschen, die mit dir gehen.

 

17. September 2003

aus meinem Roman Gekauftes Glück

 

 

Hochzeitsspruch

 

Wir wünschen euch so viel Glück und Freude,

wie Bienen summen bei uns in der Heide.

 

Wir wünschen euch so viel Gesundheit und Frieden,

wie Tropfen uns werden vom Regen beschieden.

 

Wir wünschen euch so viel Geduld und Verstand,

wie Muscheln liegen am Meeresstrand.

 

Wir wünschen euch so viel Wohlergehen,

wie goldene Sterne am Himmel nachts stehen.

 

Wir wünschen euch, dass euch zu allen Zeiten

Zufriedenheit, Liebe und Treue begleiten.

 

15. Mai 2004

aus meinem Roman Annette auf dem Feldhof

 

 

Der Findling

 

Seltsame Gedanken ziehen

schemenhaft durch meinen Sinn,

würden sie nicht stets entfliehen,

wüsste ich jetzt, wer ich bin.

 

Nachts im Traume kann ich sehen

ein vertrautes, helles Bild

und darf in den Garten gehen,

wo als Kind ich einst gespielt.
 

Doch am Morgen hüllt ein dichter

Nebel die Erinnerung ein.

Garten, Blumen und Gesichter

schwinden mit dem Sonnenschein.

 

Weiter Himmel, blaues Wasser

treiben fragend mich zum Fluss,

doch am Ufer wird nur blasser,

was mir Antwort bringen muss.

 

Sehnend such ich nah und ferne

eine längst verwehte Spur

und bei Nacht frag ich die Sterne:

Wo ist meine Heimat nur?

 

2. Dezember 2004

aus meinem Roman Flucht in ein neues Leben

 

 

Ich möchte gern

 

Ich möchte gern ein Dichter werden,

das wär’ mein höchstes Glück auf Erden.

Man würde meinen Namen nennen,

mich als Berühmtheit anerkennen.

 

Ich könnte mit den Reimen spielen,

mit Herz und Schmerz und fein und klein,

mit singen, klingen, kühlen, fühlen,

mit Hand und Land, mit Stein und Bein.

 

Doch auch den Rhythmus zu beachten,

der Worte Fluss in Harmonie,

danach müsst’ ich besonders trachten,

denn das ist echte Poesie.

 

Die Reime lassen schnell sich finden,

doch sie zu einem Sinn verbinden,

ich glaub, damit hab ich kein Glück,

drum kehr zur Prosa ich zurück.

 

26. November 2006

 

 

Du musst

 

Du musst - du sollst - du sollst - du musst …

Wie kann ich mich befreien

von diesem Stress, von diesem Frust,

dem Fordern und dem Schreien?

Ich brauche endlich meine Ruh!

Ich hör euch einfach nicht mehr zu!

Ich kann nicht mehr, ich schalte ab.

Der Tod grinst: „Ruhe?  - Erst im Grab.“

 

Ich wache auf im Dämmerlicht.

Noch bin ich ganz benommen.

Ich weiß, zu Hause bin ich nicht.

Wie bin ich hergekommen?

Was hat man nur mit mir gemacht?

„Die Frau auf drei ist aufgewacht.“

Ein Schatten schleicht zu mir heran.

Ein Arzt sagt: „Werte steigen an.“

 

Ich soll - ich muss  - ich muss - ich soll …

Ich will nicht weiterleben.

Für immer Frieden – wundervoll ...

Was kann es Schön’res geben?

Ich will nicht länger Sklavin sein,

ich schließ die Augen, schlafe ein

und um mich wird es wieder still.

Mein Herz pocht: „Sag: ich will ... ich will ...

 

Ich wache auf im Dämmerlicht

und hör vertraute Töne.

Ich weiß, zu Hause bin ich nicht,

doch da steh’n meine Söhne.

Der Kleine weint: „Komm bald nach Haus!

Ich halt es ohne dich nicht aus.“

Der Große sagt: „Wir brauchen dich!

Lass uns jetzt bitte nicht im Stich!“

 

Du musst - du sollst - du sollst - du musst …

Ich lass mir nichts befehlen.

Vielleicht hab ich ja morgen Lust,

heut lass ich mich nicht quälen.

Ich tu mit Freuden meine Pflicht,

 „Du sollst, du musst …“  Nein, heute nicht.

„Ich will“, das Wort, das gibt mir Mut.

Die Freiheit ist das höchste Gut.

 

29. November 2006

 

 

Dezember-Gedanken von A - Z

 

Adventszeit beginnt mit Kranz und vier Kerzen.

Baum, eine Fichte, besorge ich bald.

Christstollen backen und Lebkuchenherzen.

Dunkelheit draußen, die Nächte sind kalt.

 

Engel erschienen den Hirten im Feld.

Frieden verkünden sie heut für uns all.

Glockengeläut ruft hinaus in die Welt:

Heiland geboren in Bethlehems Stall.

 

Israel hieß dieses Kind nicht willkommen,

Josef vergeblich nach Unterkunft fragt.

Kind in der Krippe hat Herberg genommen

Lichter und Lieder, die war’n ihm versagt.

 

Marzipanbrote und viel Schokolade,

Nüsse und Plätzchen bringt Nikolaus dir.

Oma und Opa, sie müssen gerade

Päckchen noch packen in Weihnachtspapier.

 

Qualm aus dem Schornstein, wir haben es warm.

Rauschgold und Sterne, die Fenster bestückt.

Schenken und spenden für die, welche arm,

Tannenbaum wird dann endlich geschmückt.

 

Ursprung des Glaubens, die heilige Nacht,

Vakuum ist sie, nur Leere und Schein.

Weihnachten feiern wird anders gemacht.

X-mas mit Weihnachtsmann! Christfest? O nein!

 

Ysop und Myrrhe? Symbole des Herrn?

Zeit zur Besinnung? Ist nicht mehr modern!

 

11. Dezember 2006 

 

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