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Engeln

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Leben

Aktualisiert

Samstag, 27. Dezember 2008

Der hier vorgestellten Text ist urheberrechtlich geschützt . Jedes Kopieren, Weiterverwenden oder Nachdrucken ist ausdrücklich verboten.

Dies ist eine wahre Geschichte von 1950. Hier stelle ich sie Euch als Fortsetzungsgeschichte vor.

Da die Mädchen auch Jungen begegnen und mit ihnen unterschiedliche Erfahrungen machen, kann das Buch  für Jungen durchaus lesenswert sein.

Erzählung für  Mädchen ab 10 J

 

erschienen Mai  2003

 

ISBN

978-1-903343-25-9

 

13,00 Euro

Bärbel schien es tatsächlich besser zu gehen. Sie war zwar noch blass, aber sie hatte kein Fieber mehr. Trotzdem hatte Helga angeordnet, dass sie auch heute als Erste fuhr und das Tempo angab. Nun radelte sie also tapfer der Schar voran, fast zu tapfer, denn Helga musste sie mehrmals ermahnen, etwas langsamer zu fahren.

„Nicht so eilig, Bärbel. Ich fürchte, wir erreichen sonst bis zum Abend bereits den Nordpol“, rief sie gerade wieder.

„Das ist nicht nötig“, lachte Bärbel. „Aber es wäre doch sagenhaft schön, wenn wir heute schon an der Nordsee ankommen würden.“

„Das ist leider unmöglich“, zerstörte Helga ihren Wunschtraum. „Bis zur nächsten Herberge in Rastede haben wir jetzt noch fast fünfzig Kilometer. Ich bin froh, wenn ich mit euch so weit komme.“

Die Mädchen ahnten nicht, was Helga mit ihrem letzten Satz meinte. Nur Magda, die direkt hinter ihr radelte, hatte bisher bemerkt, dass sie ihre linke Hand immer wieder für eine Weile in die Tasche ihres Anoraks steckte und einhändig fuhr. Helga biss ihre Zähne zusammen. Bei jeder Bewegung schmerzte ihr Handgelenk. Sie hatte sich die Hand doch nicht verstaucht oder verletzt. Jedenfalls konnte ich sich nicht erinnern, dass sie eine falsche Bewegung gemacht hatte. Woher kamen nur die scheußlichen Schmerzen?

„Können wir nicht mal rasten?“, unterbrach Magda ihre Überlegungen, als sie an einem Wäldchen vorbeifuhren. „‘s wird langsam Zeit fürs zweite Frühstück.“

Gern gab Helga das Haltezeichen. Die Mädchen legten ihre Räder an die Böschung und machten es sich im Gras bequem.

„Wer kann Brot schneiden?“, fragte Helga.

Die Mädchen guckten sie erstaunt an.

„Ich“, sagte Bärbel, „aber das willst du doch immer selbst machen.“

„Heute möchte ich mich einmal bedienen lassen“, antwortete Helga. „Schneidest du bitte das Brot, Bärbel, dann kann Lulu Butter darauf schmieren und Annemie sorgt für den Belag.“

Die drei Mädchen machten sich an die Arbeit.

„Wieso spielste heut’ dauernd Kunstradfahrer?“, wandte Magda sich an Helga. „Uns haste verboten, ein- oder freihändig zu fahren, aber du selbst tust es.“

Helga zuckte mit ihren Schultern und antwortete lässig: „Meine linke Pfote schmerzt ein bisschen. Sie soll sich ab und zu ausruhen.“

Monika wurde sofort aufmerksam.

„Überanstrengung!“, behauptete sie. „Du bist doch Linkshänderin. Die viele ungewohnte Arbeit wie Brot schneiden für neun Leute, Fahrräder reparieren und aufpumpen, so etwas rächt sich. Komm, ich wickle dir einen Verband um das Handgelenk.“ Sie ließ sich von Helgas Widerspruch nicht beirren. Während sie kunstgerecht eine Elastikwickel anlegte, erklärte sie: „Am besten gehst du damit zum nächsten Arzt. Wenn das eine Nervenentzündung ist.“

„Quatsch!“, unterbrach Helga sie.

„Auf jeden Fall werden wir heute deine Taschen mit auf unsere Räder verfrachten“, sagte Bärbel. „Ohne Gepäck fährt es sich viel leichter, das habe ich gestern gemerkt.“

„Na, schön“, erwiderte Helga, „aber nur für heute.“

Eine halbe Stunde später stiegen die Mädchen wieder auf ihre Räder. Helga fuhr jetzt als Letzte, Bärbel führte die Gruppe an, nachdem sie sich auf der Karte die Strecke genau hatte erklären lassen. Dunkle Wolken hatten sich am Himmel zusammengezogen. Der Weg führte gerade durch einen Wald, da hatte ein Gewitter die Mädchen eingeholt. Bärbel fuhr plötzlich schneller. Nach kaum 300 Metern gab sie das Haltezeichen. Sie standen vor einem Gasthaus.

„Sehr gut“, sagte Helga. „Hier können wir das Gewitter abwarten.“

Auf dem Parkplatz stand ein riesiger Lkw mit Anhänger, neben dem der rote Lieferwagen, der an seiner Seite parkte, wie ein Zwerg aussah. Die Fahrer saßen als einzige Gäste in der Wirtschaft zusammen an einem Tisch und unterhielten sich. Erstaunt blickten sie auf, als die neun Mädchen grüßend eintraten und auf zwei Tische zugingen.

„Nanu, wo kommt ihr denn her?“, fragte der Ältere von ihnen.

„Aus Duisburg“, gab Astrid sofort zurück und fügte stolz hinzu: „Wir machen eine Radtour zur Nordsee.“

„Von Duisburg zur Nordsee mit den Fahrrädern? Na, da habt ihr euch aber was vorgenommen“, sagte der jüngere Fahrer.

Während die Mädchen sich setzten, kam die Wirtin schon und fragte nach ihren Wünschen.

„Eigentlich könnten wir etwas Warmes gebrauchen“, meinte Helga.

Sie hatte an Kaffee, Kakao oder Tee gedacht, aber die Wirtin erklärte sofort: „Wenn ihr eine halbe Stunde wartet, ist die Suppe fertig. Ich koche gerade Gemüsesuppe mit Rindfleisch und Mettwurst.“

„Hört sich nicht schlecht an“, sagte Ursula zufrieden.

„Schmeckt auch nicht schlecht“, rief der jüngere Fahrer. „Was glaubt ihr wohl, warum die Waldschänke ein Geheimtipp für uns Fernfahrer ist? Für eine Suppe von Frau Krüger lohnt es sich immer, quer durchs Gebüsch zu fahren und hier zu rasten.“

„Gut“, sagte Helga, „auf eine halbe Stunde kommt es uns nicht an. Bis zum Essen trinken wir dann jede eine Limo.“

Die Wirtin ging zur Theke und holte neun Gläser Orangenlimonade. Der ältere Fahrer wandte sich wieder an die Mädchen: „Wem gehört denn die Gitarre?“

„Mir“, erwiderte Helga.

„Kannst du auch spielen?“

„Klar!“, antwortete Magda lachend. „Oder haben Sie gedacht, wir schleppen das Ungetüm bloß zur Zierde mit uns rum?“

„Dann singt uns mal was vor“, bat der Mann.

Helga nahm die Gitarre aus der Hülle und im Nu erklangen frohe Wanderlieder. Die Männer stimmten mit ein. So verging die Wartezeit wie im Fluge, bis die Wirtin mit der Suppe kam.

Sie bediente zuerst die beiden Fahrer, dann setzte sie je eine riesige Suppenschüssel auf die beiden Tische, an denen die Mädchen Platz genommen hatten, und erklärte: „Wenn es nicht reicht, bringe ich euch mehr. Guten Appetit!“

„Danke!“, antworteten die Mädchen.

„Den haben wir“, fügte Ursula grinsend hinzu.

Als die Wirtin in der Küche verschwunden war, schob Astrid ihren Teller weg und flüsterte: „Gemüsesuppe mag ich nicht.“

„Einen ‚Mag-ich-nicht’ gibt es bei uns nicht“, sagte Bärbel, die an ihrem Tisch nach der Schöpfkelle gegriffen hatte und verteilte. „Du isst wenigstens einen Löffel Suppe. Wer mit dem Fahrrad zur Nordsee fahren will, braucht einmal am Tag etwas Warmes für den Magen.“

Sie füllte eine halbe Kelle Suppe auf Astrids Teller. Astrid schnüffelte daran, probierte vorsichtig, hielt Bärbel ihren Teller noch einmal hin und sagte begeistert: „Bitte, Bärbel, gib mir noch einen Löffel voll. Die Suppe schmeckt tatsächlich großartig, viel besser als zu Hause.“

Bis auf einen kleinen Rest aßen die Mädchen die Schüsseln leer und waren rundum gesättigt.

„Ich hab vier Teller gegessen“, prahlte Ursula.

„Schade um das schöne Porzellan. Hoffentlich verdirbste dir nicht den Magen dran“, sagte Magda spöttisch. „Ich hab keine Teller gegessen, bloß Suppe. Das ist gesunder.“

Die beiden Männer waren hinausgegangen, jetzt kamen sie wieder herein und erklärten: „Den Nachtisch für euch geben wir aus.“

Der Ältere legte jedem Mädchen eine Tomate neben den Teller, der Jüngere gab Christel, die der Tür am nächsten saß, einen Beutel mit dicken, rotbackigen Äpfeln. Die Mädchen bedankten sich verwundert.

„Wir müssen jetzt weiter“, sagte der Fernfahrer. „Das Gewitter hat übrigens aufgehört. Es regnet nur noch ein bisschen.“

Die Männer riefen nach der Wirtin und beglichen ihre Rechnungen, dann winkten sie den Mädchen zu: „Gute Fahrt, ihr Weltreisenden!“

Helga zog auch ihren Beutel mit dem Geld der Gruppenkasse heraus und erkundigte sie sich bei der Wirtin: „Was schulden wir Ihnen?“

„Bist du mit einem Zehner einverstanden?“, fragte die Frau.

„Natürlich“, nickte Helga überrascht. „Und neunmal Limo.“

„Ist mitgerechnet. Ihr habt mir mit eurem Singen Freude gemacht, dafür mach ich euch einen Freundschaftspreis.“

Die Mädchen sangen der Frau noch ein Abschiedslied, dann fuhren sie weiter.

Viel Spaß beim weiteren Stöbern auf meinen Seiten!

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