Fröhlich hat das neue Jahr begonnen

 

Silvesternacht.

Nachdem meine Nachbarn genug Geld verknallt hatten und die vormals frische Nachtluft reichlich mit  Rauch geschwängert war, gelang es mir, meinen ununterbrochen wie eine Sirene heulenden Hund zu beruhigen.

Die Katze fand ich nicht. Wo mochte sie sich verkrochen haben? Eine Viertelstunde Suche brachte keinen Erfolg und keine Pussi. Ich kapitulierte, machte mich nachtklar und begab mich zur Ruhe.

Eine gute Stunde lang hustete ich ausgiebig vor mich hin, bis mir einfiel, dass im Kühlschrank ja noch Hustensaft stand. Raus aus dem Bett, einen Esslöffel voll Sirup eingefüllt, wieder zurück ins warme Bett. Nanu, da lag ja auf ihrer Decke am Fußende meine Katze. Halleluja, sie war also doch noch vorhanden!

Streichel, streichel.

„Miau, miau, schnurr, schnurr.“

Noch ein paar Minuten gehustet, bis der Saft wirkte und dann – endlich – geschlafen.

Neujahrmorgen.

Aufgewacht von einer nassen Schnauze, die mich küsste.

„Pfui, Eiko, lass mich schlafen!“

„Winsel, winsel, jaul, jaul.“

Ich öffnete die Augen. Hell draußen? Ein Blick zur Uhr. Sechs Minuten nach acht! Armer Hund! Unser Frühlauf beginnt normalerweise um halb sieben!

Raus aus dem Bett. Unter die Dusche. Das Wasser floss nur lauwarm. Na, gut, dann werde ich vielleicht richtig wach!

In die Klamotten. Für die Socken waren meine Arme mal wieder zu kurz. Aber damit hab ich schon langsam Routine. Nach fünf Minuten stand mir zwar der Schweiß auf der Stirn, aber beide Füße waren besockt.

Meine Katze strich um meine Beine. Sie wollte ihr Fressen haben. Klar, das war schließlich auch schon seit mehr als einer Stunde fällig. Also schnell eine Tüte Katzenfutter geöffnet und an den richtigen Platz gestellt. Dann schaute ich an mir hinab.

Schwarze Jeans und weiße Katze – der Erfolg ist umwerfend. Egal, mach ich später sauber.

Eiko wurde noch einen Augenblick vertröstet, denn wenn ich mit ihm nach Hause komme, will ich endlich frühstücken! Wasser, Filter und Kaffeemehl in die Maschine.

„Jaul, jaul!“

„Ja, Hundesohn, deine alte Mutter ist so weit!“

Anorak an, Hund in den Kofferraum, damit er nicht schon sämtliche Gartenzäune der Nachbarschaft anfeuchtet, und Abfahrt bis an den Rand der Prärie.

Zwanzig Minuten Gassi mussten heute einmal reichen! Mein Magen knurrte. Eiko war nicht ganz einverstanden, zögernd stieg er wieder in den Kofferraum. Aber immerhin hatte er alles gemacht, was man von einem Hund erwarten kann.

Haustür aufgeschlossen. Kein Kaffeeduft? Welche Variante des Kaffeekochens habe ich denn heute gewählt? Ohne Wasser, ohne Kanne und ohne Kaffeemehl hatten wir schon, heute war es ohne Strom. Also, Schalter umgelegt und gewartet, bis das Wasser durchgelaufen war und die Wohnung nach dem herrlichen Gesöff duftete.

Das letzte Messer aus der Schublade? Dann wird es Zeit, dass ich heute wieder einmal spüle. Am besten, während ich nachher mein Mittagessen bereite.

Zwei Stunden nach dem Erwachen. Eiko schläft auf der Couch, Pussi liegt auf ihrer Wolldecke am Fußende meines Bettes und putzt sich. Ich sitze vor dem Computer.

Meine kleine Welt ist wieder in Ordnung!

 

1. Januar 2008

 

Zurück zur Hauptseite